Westernsattel

Nachdem
ich über 20 Jahre meines Reiterdaseins als überzeugter
Englisch-Reiter verbracht habe wollte ich mir für das
Freizeitreiten einen Westernsattel zulegen. Da Westernsattel
durch die meist hohe Kammer und großen Auflagen insgesamt das
Gewicht gleichmäßiger verteilen dachte ich nicht dass es ein
großes Problem ist einen passenden Sattel zu finden. Doch leider
musste ich feststellen dass beim Westernsattel wieder ganz andere
Probleme auftreten wie beim Englischsattel. Für den Reiter sind
sie meist alle ähnlich bequem, wobei sich hier natürlich auch
wieder große Unterschiede finden je nach Preisklasse.
Das Problem
beim Westernsattel für Haflinger ist der meist kurze Rücken dieser
Pferde im Verhältnis zur Rückenbreite. Beim Haflinger führt die
lange Auflagefläche des Westernsattels dazu dass der Sattel oft
noch bis in den Nierenbereich reicht.
Kauft man einen
Westernsattel für breite Pferde ist dieser leider meist auch
entsprechend lang und somit für den Haflinger ungeeignet. Meinen
ersten Westernsattel kaufte ich bei einem großen Händler für
Westernsättel der mit einem LKW voll mit Westernsätteln auf den
Hof kam. Nach langem Suchen fanden wir einen Sattel der auf meinen
damaligen Haflinger sehr gut passte. Als ich nach ein paar Jahren
einen anderen Haflinger bekam dachte ich Westernsattel vom
Haflinger wird auch wieder auf einen Haflinger passen, zumal beide
vom Typ her sehr ähnlich waren. Der Sattel passte optisch auch,
jedoch stellte sich beim Reiten heraus dass das Pferd immer eine
leichte Verspannung im Rücken hatte. Da die Haflingerstute noch
fast roh war als ich sie bekommen hatte haben wir die Probleme
Anfangs auf die allgemeine Rittigkeit des Pferdes geschoben. Erst
nach einiger Zeit und versuchen mit anderen Satteln kamen wir
dahinter dass in Wirklichkeit der Sattel ein kleines Stück zu lang
war und dadurch noch ein bisschen Druck auf die Nierenpartie kam.
Beim Auflegen nicht zu sehen aber insgesamt war die
Druckverteilung wohl so ungünstig dass es zu Verspannungen führte.
Heute hat die Stute einen Westernsattel der ein Stück kürzer ist
und geht mit Ihrer Ausbilderin ganz erfolgreich auf
Westernturnieren in allen Disziplinen.
Also auch wenn
ihr einen gebrauchten Westernsattel kauft der von einem Haflinger
kommt der sehr ähnlich ist ausprobieren, ausprobieren und
noch mal ausprobieren, erst dann kaufen. Beim Neukauf
unbedingt auch auf eine Probezeit einigen und wenn man selber
nicht die Erfahrung hat auch mal von einem neutralen Profi
Probereiten lassen.
Ich habe die
Erfahrung gemacht dass ein schlecht sitzender Westernsattel bei
dem Pferd zu noch mehr Verspannung führt als ein schlecht
sitzender Englischsattel. Angenehm ist für den Haflinger sicher
keiner von beiden.
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